Kirchenführung Johanneskirche                              
Pfr.iE Mag. Wolfgang König

 

Anfänge der evangelischen Pfarrgemeinde Liesing:

Die evangelische Gemeinde Liesing existiert seit 1912 als Predigtstelle von Mödling,

Seit 1920 ist sie eine eigenständige Gemeinde mit Pfr. Gibner (1920-1925) als ersten Pfarrer.

 

Grundsteinlegung (1930):

Die Grundsteinlegung für die Johanneskirche erfolgte 1930 unter Pfr. Zimmermann (1925-1965). Die Fundamentfertigstellung gelang im selben Jahr, geplant war ein klassizistisches Kirchengebäude mit integriertem Pfarrhaus.

In der finanzbedingten Wartezeit entschied man sich um und das Gemeindemitglied Arch. Henry Lutz regte einen Art-Deco-Bau an, Pate stand dafür die Autobahn-Stahlbeton-Brücken-Architektur. Die Johanneskirche war gedacht als Zelt Gottes aus der Johannesoffenbarung, andere meinten, sie sieht aus wie die betenden Hände von Albrecht Dürer.

1933 begann die Baufortsetzung, in 8 Monaten wurde die Außenhaut errichtet, der Rest war 1935 bezugsfertig. Die Einweihung durch SI Heinzelmann wurde im September mit großer Bezirksbeteiligung der Stadt Liesing ( Bürgermeister, Feuerwehr etc) gefeiert.

 

Die Glocken:

3 Glocken wurde von der Firma Pfunder gegossen, sie trugen die Namen Glaube, Liebe , Hoffnung. 1940 wurden diese Glocken behördlich eingezogen und 1959 wurden sie durch Neue ersetzt. Die Namen wurden beibehalten.

 

Die Orgel:

Die erste Orgel stand einst bei den Festspielen in Salzburg, dann als Kinoorgel im Prater und zuletzt in der Johannes-Kirche. Im Krieg wurde sie schwer beschädigt und danach war sie renoviert bis 2017 im Einsatz. 

2017 bekamen wir eine neuere Gebrauchtorgel von Prof. Molzer aus Perchtoldsdorf.

 

Die Fenster:

Die Fenster waren zunächst motivfrei verglast und nach Kriegsschäden notverglast.  1963 spendete Arch. Lutz dem Pfr. Zimmermann zum Geburtstag und zum Abschied 1965 die bunten 12-Apostel-Fenster mit Paulus statt Judas und Luther und Bach für die Ostwand. In den Fenstern im Dachbereich nehmen die bereits verstorbenen Gemeindemitglieder am Gottesdienst teil. Der ausführende Künstler war Prof. Fritz Deed.

 

Beheizung des Kirchenraumes:

Die Beheizung erfolgte anfangs durch Koksöfen. 1966 ersetzt Pfr. Preyer (1965-1999) diese Koksöfen durch eine Ölheizung, später wurde auf Gas umgestellt.

 

Innenausstattung:

Das Taufrelief wurde von Pfr. Preyer 1984 original in hellebraunem Ton geformt und gebrannt; es ersetzt die alte hölzerne Gefallen-Gedenktafel, welche danach bis 2008 beim Glockenturm-Aufgang hing. Vor dem Taufrelief stand der alte Taufstein.

1985-89 wurde der alte Gemeindesaal errichtet, für den Durchbruch wurde das Glas-Kreuz stark gekürzt. Der neue Abendmahlstisch steht dann im Kirchenraum, der alte wurde an die Ostseite gestellt,

 

Türbilder:

Die Türbilder wurden von Pfr. Preyer gestaltet und in der Firma Zach gefertigt. Jedem AT- Motiv (Schöpfung, Sündenfall, Kain und Abel) wird ein NT-Motiv gegenübergestellt (Geburt Jesu, Karfreitag, barmherziger Samariter) viele der 6 Tafeln sind mit Gegenwartsbezügen des 20. Jahrhundert versehen.

 

Renovierung ab 2002 - Lichtraum Johanneskriche:

Im Rahmen des Projektes „Offen Evangelisch“ entwickelte die Gemeinde 2002 viele Ideen zur Renovierung und Neugestaltung des Kirchenraumes. Pfr.in Lang-Czedik (1999-2019) gab dafür den Arbeitstitel Lichtraum aus.

Die Kanzel wird von der Wand genommen und auf ein niedriges Podest gekürzt.

Ein erster Architekturwettbewerb erfolgte 2005, Himmelblau gewinnt und will die Kirchen-Nutzung um 90° drehen, Kanzel und Abendmahlstisch unter dem Johannes-Fenster im Süden, aufstellen, Glaszubau und Wanddurchbruch im Norden dazufügen. Die Drehung erfolgt probeweise und erwies sich als akustisch herausfordernd. Das Projekt wird nach einigen Jahren wegen Verzögerungen unter anderem durch Denkmalamt und Missfallen in der Gemeinde gegenüber der Grundidee des Renovierungsplanes vom Architektenteam fallen gelassen.

 

Das Kriegsopferdenkmal statt der Gefallenen-Tafel wurde 2008 von Pfr. Fasching (2003-2008) angeregt, die Namen der Gefallenen bleiben in einem Gedenkbuch erhalten. Das Betonrelief von Frau Rattay wurde im November 2008 beim Turmaufgang montiert und nach der Kirchenrenovierung 2016 an den ursprünglichen Ort der Kanzel verlegt.

 

Der neue Eingangsbereich

Das Architektenpaar Zeilinger gewinnt die Neuausschreibung und realisiert 2015 den „Neuen Eingangsbereich“ und den neuen Gemeindesaal. 2016 folgt die Generalrenovierung des Kirchenraumes mit Abbruch der alten Orgel und der Empore sowie der alten Bänke, Drehung der Nutzung um weitere 90° mit aktueller Ausrichtung nach Osten.

 

Liturgische Möbel:

Pfr.in Lechner (2009-2021) regt 2018 die Neuausschreibung der Liturgischen Möbel an. Gewinner unter 5 Entwürfen ist der gegenwärtige von Frau Reisinger. Die Gemeinde stimmt über die Farbe von Abendmahls-Tisch und Kanzel sowie über die Höhe der Kanzel ab. Die Inbetriebnahme erfolgt im Gottesdienst zum 1.Advent 2019.

Die alte hölzernen Kanzeltafeln, gestaltet von Prof. Opitz aus dem Jahr 1934, werden links und rechts des alten Einganges im Blickfeld der Gemeinde montiert.

 

 

 

 

 

Ein Kreuz aus Kupfer-Profielen mit Strahlen wird 2019 über dem alten Eingang montiert. Über die Neufärbung der alten Türe besteht noch Diskussionsbedarf. Die Kreuzbeleuchtung erfolgt 2022 durch ein LED-Lampen-Band.

beleuchtetes Kupferkreuz